Namibia .....die mit den Wolken reisen

Vier Senioren auf dem Weg durch Namibia

Vorweg eine kurze Erläuterung:

Im Mai/Juni 2014 waren mein Mann und ich mit einem befreundeten Ehepaar wieder mal in Namibia unterwegs. 

Ein kleines Geo-RC- Treffen fand auch statt: In der Wolwedans-Lodge trafen wir Ingrid (Joki-mau) und Hartwig (linycat). 

 

Bei uns macht jeder, was er am besten kann:

Ich fotografiere, mein Mann schreibt. :-) So ist dieser Reisebericht wieder mal eine Gemeinschaftsproduktion.

Dieser Reisebericht ist ursprünglich erschienen im Namibia-Forum ( eine Plattform für Afrika-Reisende) als tagebuchartige Information für Namibia-Interessierte mit zum Teil detaillierten Angaben. 

Intu Afrika Zebra Lodge

Die Wagenübernahme bei Europcar am Flughafen in Windhoek geht flott vonstatten; ein Reifen mit zu geringem Profil ist in einer Viertelstunde ausgetauscht. In Klein-Windhoek im Checkers decken wir uns mit Getränken, Obst und etwas zum Knabbern ein und rollen dann südwärts bis Kalkrand; von da an stellt sich auf Pad mit dem Auf-und Ab über die roten Dünenkämme der Kalahari sehr bald Namibia-Feeling ein. 

 

Auf der Fahrt durch das Gelände der Intu Afrika Zebra Lodge zeigen sich die ersten Tiere : Springböcke, Oryx, Giraffen. Der Empfang auf der Lodge mit einem Willkommensgetränk ist herzlich und unsere Stimmung (noch) gut. Einen Spaziergang zum Fotografieren auf den Dünen kürzen wir dann aber ab, denn der Himmel wird schwarz, und kaum zurück, zieht ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner und mit Starkregen über uns hinweg und fegt den roten Sand in den offenen Speiseraum und unter den Türspalten durch hinein in die Zimmer. So haben wir uns den ersten Tag in Namibia nicht vorgestellt! Aber die Restwolken schaffen einen stimmungsvollen Sonnenuntergang und helfen uns zusammen mit dem guten Abendessen über die Enttäuschung hinweg.

Köcherbaumwald

Der nächste Morgen ist sonnig, aber kalt. Wir sind vor dem Frühstück zu einem Bushmen-Walk mit San verabredet. Und so erscheinen 4 junge Männer leicht fröstelnd in Kitteln und führen uns in der folgenden Stunde ein in die Lebensweise ihrer Vorfahren, vom Fährtenlesen über die Jagd mit Fallen und mit Pfeil und Bogen bis hin zu Krankheiten und deren Bekämpfung mit Naturheilmitteln. Vieles können wir aus der Mimik und Gestik verstehen, den Rest erklärt uns ein Guide der Lodge, der uns begleitet. Ich bin dieser Veranstaltung anfangs etwas skeptisch gegenüber gestanden, aber die Natürlichkeit und die Begeisterung, mit der die vier jungen Männer zu Werke gehen, um uns ein bisschen von ihrer Kultur zu zeigen, hat meine Skepsis besänftigt. Ist es doch auch so, dass einige aus ihrem Volk damit Geld verdienen und auf diese Weise die Sitten und Bräuche ihrer Vorfahren im Bewusstsein bleiben.

Einer leidenschaftlichen Fotografin immer alles recht zu machen, ist wahrlich nicht leicht. Auf der Fahrt von der Intu Afrika Zebra Lodge nach Mariental spielt sich folgende Szene ab.

Sie (schon etwas angefressen) :"Wenn ich stopp sage, meine ich stopp!" - Ich :"Wegen jedem Oryx halte ich nicht mehr, die sind mir auf dem Teller eh lieber." - Kurz darauf : "Stopp!! da drüben steht ein Kamel." - Ich :"Verar... kann ich mich selber!" und bleibe auf dem Gas. Und wie das folgende Bild zeigt, ist dann doch ein Fotostopp fällig gewesen, sogar mit Rückwärtsgang. Wie kommt bloß ein Dromedar, es sind sogar zwei gewesen, in die Kalahari?

Unsere Planung für den Tag geht voll auf. Gegen 14 Uhr im Central Hotel in Keetmanshoop einchecken, gegen 15 Uhr beim Giant's Playground zu einer Rundwanderung starten, um 16 Uhr zur Cheetahfütterung auf der Farm Gariganus sein und beim besten Abendlicht dann die Köcherbäume fotografieren. 

Das Central Hotel ist als Zwischenübernachtung in Ordnung, zumal man in einem Innenhof parken kann. Das Essen ist aber keine Offenbarung.

Klein Aus Vista

In Klein Aus Vista erhalten wir wie verabredet die beiden letzten Chalets an der Farm-Pad : Desert Vista und Eagles View. Wir sind begeistert von der einsamen Lage mit herrlichem Blick und der urigen Ausstattung der Chalets.

Für den Nachmittag haben wir uns die erste Wanderung, den Mountain Trail, vorgenommen, und zwar in umgekehrter Richtung wie in der Beschreibung angegeben, was sich beim steilen Anstieg in quasi weglosem Gelände als Nachteil erweist, denn die Wegmarkierungen sind aus unserer Richtung nur schwer zu erkennen. 

Durch die Geisterschlucht und vorbei am Old Hudson erreichen wir unsere Chalets und lassen uns ein Windhoek Lager aus dem gut bestückten Kühlschrank schmecken.

Da es um diese Jahreszeit in Namibia früh dunkel wird (gegen 17,30 Uhr), zünden wir um 17 Uhr das mitgebrachte Grillholz an. Unser Braai-Paket mit Oryx-Steaks (..."die sind mir auf dem Teller eh lieber"...) - andere Fleischoptionen sind T-Bone Steaks, Rumpsteaks, Lamb's Chops - Grillwurst, vorgekochte Grillkartoffel, Toast, griechischer Salat haben wir bei der Ankunft im Hauptgebäude gleich mitgenommen. 

Im Eagles View gibt es für 4 Personen genügend Sitzplätze zum Essen und genügend Wein für einen fröhlichen Grillabend, leider drinnen, denn draußen wird es in der früh einbrechenden Dunkelheit schnell kalt. 

Dennoch lässt sich meine Frau nicht davon abhalten, ihre ersten Fotoversuche mit dem namibischen Sternenhimmel zu machen. Wir drei anderen assistieren so gut wir können, und so entsteht ein eingespieltes Team, das auch an den Folgeabenden zusammenarbeitet, bis recht ansehnliche Bilder der Milchstraße entstehen. 

 

Am nächsten Morgen genießen wir im Haupthaus ein ausgiebiges Frühstück. Danach kurze Fahrt zum Campground, wo der Schutztruppen Trail beginnt. Leicht ansteigend führt diese Wanderung uns hinauf ins Gebirge zu einem Aussichtspunkt mit Granitfelsen, die uns ans Erongo-Gebirge erinnern. Um die Mittagszeit wird es heiß, und so steigen wir nicht in die Geisterschlucht ab, sondern wandern den etwas kühleren Weg im GIm Haupthaus besorgen wir unser Braai-Paket für den Abend und fahren zurück zu den Chalets. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Ausruhen, Koffer Umpacken (wir wissen, dass auf Farm Kanaan die Zimmer so klein sind, dass für zwei Koffer kaum Platz ist) und Grillen.

 

Farm Kanaan

Auf die beiden Tage auf Farm Kanaan sind wir schon lange gespannt, vor allem auf die Fahrt mit Hermi in die Dünen. Schon die Anfahrt auf der D707 ist ein Erlebnis. Immer wieder Tiere nahe der Pad (Kampfadler, Strauße) und die rote Farbe steigern die Vorfreude.

Endlich das Schild "Farm Kanaan", dann nach 8 km das Farmhaus, kein weiteres Auto, wir sind die einzigen Gäste. 

Hermi tritt aus der Tür, bittet uns herein, bietet uns selbstgemachte Zitronenlimonade an und eröffnet uns : "Ihr seid meine letzten Gäste." - Zuerst etwas zögerlich, dann doch freimütiger erzählt er vom Farmverkauf, von den damit verbundenen Schwierigkeiten und Hintergründen. Und obwohl er um Unbefangenheit und Selbstbeherrschung bemüht ist, spüren wir die Wehmut, die ihn erfasst hat, seit klar ist, dass er verkaufen wird. Und je mehr wir in den beiden Tagen ahnen, was das für ihn bedeutet, desto mehr werden wir hineingenommen in einen schmerzhaften Abschied, den wir am zweiten Abend zusammen mit seiner Mutter auf seiner höchsten Düne erleben.

Aus der zeitlichen Rückschau von einigen Wochen erscheint mir der wolkenverhangene Himmel des ersten Tages, der uns auch keinen Sonnenuntergang in den Dünen bescherte und die Nerven meiner Frau strapazierte, hatte sie sich doch so auf Fotos im Abendlicht gefreut, symbolisch für die etwas gedrückte Stimmung; und dann der aufklarende Himmel gegen Mittag des Folgetages mit Sonne beim Farmdrive und beim Sundowner in den Dünen und der Sonnenaufgang am Abreisetag über Hermis Hausberg wie ein Zeichen für den Start in eine neue Zukunft, die zwar noch verschwommen vor ihm lag, auf die er sich aber freute.

Beim nachmittäglichen Farmdrive versucht Hermi seine versprengte Oryxherde zusammenzutreiben. Bei diesem höllischen Ritt mit dem Landrover über Stock und Stein mit einer Geschwindigkeit von 70 kmh gelingen meiner Frau bei vollem Körpereinsatz und blauen Flecken hervorragende Bilder von der Dynamik der flüchtenden Tiere. Nach mehreren Versuchen gibt Hermi auf; ein Oryx hat halt auch seinen Dickkopf.

Die Fahrt geht vorbei an knorrigen Kameldornbäumen; Hermi kennt sie alle und hat ihnen liebevoll Namen gegeben, z.B. "walzing Matilda", die sich uns fotogen vor dem Wolkenhimmel präsentiert.

Wir überqueren die D707 und sind in den Dünen. Das späte Licht des Tages schafft eine zauberhafte Stimmung mit vielen Fotomotiven.

 

Kanaan war für uns landschaftlich und emotional sicherlich der Höhepunkt unserer Namibiareise, und Hermis Oryx Stroganow (..."ist mir auf dem Teller eh lieber"...) kulinarisch. Naankuse hat Kanaan und die Nachbarfarm gekauft. Gegenwärtig kann Kanaan noch zu den alten Konditionen gebucht werden, am Farmhaus und den Unterkünften hat sich nichts geändert. Für Fotografen ist es dennoch nicht das alte Kanaan, denn Hermi fehlt. Da er selbst begeisterter Fotograf war, konnte er anderen in kurzer Zeit eine Vielzahl der Motive, die Kanaan bietet, zeigen.

Wolwedans

Die Wolwedans-lodge Dune Lodge ist mit seiner Lage am Rande der Namib landschaftlich genauso reizvoll wie Farm Kanaan, in mehrfacher Hinsicht aber auch Kontrastprogramm:

Hier der Luxus einer internationalen Lodge mit großen Zeltchalets und einem umfassenden Service - dort die private Atmosphäre und die Einfachheit eines Farmhauses mit kleinen Zimmern und gemeinsamem Essen am Familientisch.

 

Im Preis inbegriffen zwei ganztägige Scenicdrives mit unserem Guide Paulus, der stets gut gelaunt uns durch die weitläufige Landschaft des Namibrand Nature Reserve führt und im Hard Rock- Cafe und tags darauf im Geier- Restaurant zwischen Felsen einen exquisiten Lunch serviert. Unvergessen unsere Fachsimpeleien über Doleritgänge und Kontinentaldrift und über eine schwarze Kobra in einem Webervogelnest nahe dem Hard Rock-Cafe.Der erste Scenicdrive führt uns in den südlichen Teil des Reservats mit seinem hohen Anteil an Dünen der semiariden Zone (also mit Grasbewuchs), die allerdings nirgends die Höhe der Dünen um das Sossusvlei erreichen, und den Talungen mit knorrigen Kameldornbäumen.

Der zweite Scenicdrive führt in den Norden und Osten, also über die C27 hinüber in die raue Berglandschaft des Randgebirges, zu der auch das Naukluftgebirge gehört, bis zu einem alten aufgelassenen Farmgebäude; wo früher Schafe weideten, hat sich heute eine Giraffenfamilie angesiedelt. In diesem abgelegenen Winkel, wo Köcherbäume an den steilen Berghängen stehen, wenden wir und steuern unseren Picknickplatz zwischen Granitfelsen an. 

 

So entsteht an zwei Tagen ein sehr anschauliches und eindrückliches Bild der Region zwischen der Kernwüste der Namib und der Halbwüste des Namibrandes.

Nach dem Abendessen nimmt meine Frau wieder ihre Fotoversuche am abendlichen Sternenhimmel auf.

 

Wir möchten diese Tage auf Wolwedans nicht missen, dieses anschauliche Erfahren einer Landschaft und den Luxus, den die Lodge nach einem solchen langen Tag im Gelände bietet.

Tsondab Valley Scenic Reserve

Von den beiden Praktikanten herzlich begrüßt und von der Hausherrin Kristin mit einem kalten Erfrischungstee bewirtet, beziehen wir unsere Bungalows. Sie sind rund, aus Stein gemauert, innen angenehm kühl und mit einem Flachdach versehen, auf dem man auch nächtigen kann. Kristin zeigt uns auf einer Sundownertour das geologisch interessante Farmgelände, auf dem sich die alten versteinerten Dünen der Urnamib (Tsondab-Sandstein) mit den Sanden der heutigen Namib treffen.

 

Abends sind wir vier wieder im Einsatz bei der Fotosession. Überraschendes Thema : Sternenhimmel; er ist heute bei Neumond (also ohne Mond am Himmel) besonders gut zu sehen. Noch bei Tageslicht haben wir einen alten knorrigen Akazienbaum in der Nähe der Lodge ausgesucht, der als Kulisse für die Bilder dient.

 

Am folgenden Morgen brechen wir früh um 6 Uhr zu unserer Wanderung zum Hidden Canyon auf. Um der Mittagshitze zu entgehen, haben wir geplant, im oberen Teil des Canyons einzusteigen und in der Tiefe des schattigen Canyons den Rückweg anzutreten. Leider ein Fehlversuch, da jegliche Markierung fehlt, um bei den vielen Seitentälern die einzig richtige Einstiegsmöglichkeit zu finden. Auch die GPS-Daten helfen nicht weiter, denn sie zeigen nur am Grund des Canyons den Weg nach draußen. So irren wir eine Weile am Canyonrand entlang, steigen immer wieder in ein Seitental ein, um erneut an einer steilen Abbruchkante zu landen, an der es nicht weiter geht. Unterwegs begegnen wir einer gelb-grünen etwa 1,5 m langen Kobra, die sich aber schnell ins seitliche Gras wegschlängelt, bevor Anne ein optimales Foto gelingt. So bleibt's bei einer Doku. Auf eine Verfolgung verzichten wir vorsichtshalber. Die Zeit drängt, denn wir haben mit Kristin einen Treffpunkt vereinbart, an dem sie uns mit dem Landrover abholt. Sie nimmt unsere Verbesserungsvorschläge zur Markierung des Weges achselzuckend zur Kenntnis. Wer geht auch den Weg in umgekehrter Richtung!

 

Am späten Nachmittag starten wir zu viert mit Hans Schreiber zu einem 1,5 stündigen Rundflug mit seiner alten Cessna aus dem Jahr 1978 über die Dünen des Sossusvlei, über das für Touristen gesperrte Tsondabvlei und den Kuisebcanyon. Ich weiß nicht, was eindrucksvoller ist : die Dünen und die Vleis zu Fuß zu erleben oder aus dem Kleinflugzeug; sicher aber ist eine Ballonfahrt am frühen Morgen das größte Erlebnis.

Farm Wüstenquell

Heute fahren wir früh los in Richtung Wüstenquell. Zunächst auf der C14, dann vorbei an den Wasserlöchern Ganab und Hotsas mit einer Geierkolonie bis zur C28; über den Welwitschia Drive und die private Farmpad erreichen wir Wüstenquell. 

Verena und Oliver Rust empfangen uns sehr herzlich. Wir haben die beiden Mountain-Chalets Klipdrift und Red Rock gebucht und schon im Voraus um eine kalte Platte als Abendessen gebeten, weil wir am ersten Abend nicht mehr in der Dunkelheit zum 3 km entfernten Farmhaus zurückfahren wollen. 

Am späten Nachmittag erscheinen vier Bedienstete mit einem umfangreichen Bufett aus schmackhaft belegten Broten und diversen Köstlichkeiten. Die Reste reichen noch für ein Mittagessen am nächsten Tag.

Oliver holt uns am nächsten Morgen um 6.30 Uhr zum ersten Scenic Drive in den westlichen Teil der Farm ab. Auf einer Wanderung durch die Granitlandschaft diskutieren wir über Tafoni-Verwitterung und Wollsackbildung. Die Luftfeuchtigkeit und der Nebel vom Atlantik erreichen noch das Gelände von Wüstenquell und damit auch der Schwefel, der bei der Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Organismen im Meer entsteht und nach neuen Erkenntnissen verantwortlich ist für die Tafoni-Bildung. Östlich der Farm soll dieses Phänomen nicht vorkommen. 

Ein hochgiftiger Skorpion fesselt zwischenzeitlich unsere Aufmerksamkeit. 

Verena erwartet uns gegen 9.30 Uhr zu einem späten Frühstück, das sie spaßigerweise "Spätstück" nennt. Anschließend fährt uns Jonny, Olivers Vormann, zu den Chalets zurück.

 

 

Nachmittags zwischen 15-18 Uhr sind wir mit Oliver und seinem alten Landrover "Betsy" wieder unterwegs zu den unterirdischen Buschmann-Zeichnungen, zu einer der sieben Quellen, die "Wüstenquell" den Namen geben, und zum Sundowner am "Adler". Es berührt uns sehr, mit welcher Begeisterung Oliver uns sein Land zeigt; und dabei schont er auch seine "Betsy" nicht.

Der wunderschöne Tag wird abgerundet mit einem Abendessen am Lagerfeuer vor dem Farmhaus. Wir kennen uns inzwischen aus und finden auch bei Dunkelheit den Weg zu unseren Chalets. 

Nach den inzwischen üblichen Nachtaufnahmen des Himmels mit wechselnder Kulisse sitzen wir noch eine Weile auf der Terrasse ; der Himmel ist so hell, dass wir in der Ferne die Umrisse des "Langen Heinrich" und die grelle Beleuchtung der Uranmine sehen.

 

Wer absolute Ruhe, Einsamkeit und Naturnähe liebt und auf manche Annehmlichkeiten trotzdem nicht ganz verzichten möchte, ist in einem der beiden Chalets bestens untergebracht; und dass Toilette und Dusche unter freiem Himmel und durch eine Seitentür erreichbar liegen, hat uns nicht gestört. Eine Taschenlampe ist bei Nacht allerdings hilfreich. Die Zufahrt zu den Häuschen ist weitgehend problemlos; und wer sich bei Nacht das letzte kurze Stück hinauf nicht zu fahren traut, lässt das Auto eben unten stehen und geht zu Fuß. Bei An-und Abreise muss man allerdings das Gepäck vom jeweiligen Parkplatz schon etwa 30-40 m tragen. Wer damit Probleme hat, dem werden die freundlichen Gastgeber sicher dabei helfen. Man muss das aber frühzeitig bei der Ankunft sagen, denn zu den Chalets begleitet einen niemand; man erhält den Schlüssel und einen Hinweis zum Weg.

Swakopmund, Sandwich Harbour

Wir sind von Wüstenquell und der Gastfreundschaft der Rusts so beeindruckt, dass wir am letzten Tag unseres Aufenthalts unsere Abreise so lange wie möglich hinauszögern. Zunächst wandern wir noch in aller Frühe für etwa zwei Stunden direkt von den Chalets aus durch die Felsenlandschaft, dann fahren wir zum Farmgebäude, frühstücken gemütlich und verabschieden uns von Verena; Oliver ist schon mit Gästen unterwegs.

 

Über den Welwitschia Drive und die Mondlandschaft ( das Permit haben wir uns zuvor schon in Sesriem besorgt) und eine Kaffeepause in Goanikontes im Swakoptal erreichen wir unser heutiges Ziel : Sam's Giardino in Swakopmund.

Wir kennen uns von unserem letzten Aufenthalt von vor zwei Jahren. Wieder genießen wir im Wein-Kabinett Sam's Fünf-Gänge-Fischmenu, das wir schon von Deutschland aus bestellt haben. Und wieder sind wir rundum zufrieden mit Sam's Kochkünsten und seiner Weinauswahl.

  

Auch unsere Sandwich Harbour Tour am Dienstag haben wir schon von zu Hause aus organisiert. Da wir zu viert sind, haben wir mit Katja Dreyer, der Chefin von Sandwich Harbour Tours, vereinbart, dass wir einen Wagen für uns alleine erhalten. Selbst die Abfahrtzeit können wir selbst bestimmen. Nebel macht allerdings den geplanten frühzeitigen Aufbruch zunichte. So starten wir erst gegen 9 Uhr von Walvis Bay in der Hoffnung, trotz des heftigen Windes entlang des schmalen Küstensaums Sandwich Harbour zu erreichen, zumal Ebbe herrscht. Aber der Sturm drückt die aufgewühlte See gegen die Dünen, so dass wir an der Wasserlinie nicht weiterkommen. Nico, unser Fahrer, peitscht seinen Landrover in die steilen Dünen, bis es nicht mehr weitergeht. Vor uns hat ein Jeep eine Wandergruppe abgesetzt, die bei diesem Wetter in mehreren Etappen bis Sossusvlei wandern will. Im langsam aufreißenden Nebel können wir Sandwich Harbour in der Ferne mehr erahnen als sehen. Der Sturm treibt den losen Sand über die Dünenkämme, das Fotografieren wird zum Risiko, die Kamera muss ständig mit einer Plastiktüte vor Verschmutzung geschützt werden.

 

Ein unwirkliches Bild : Ein Straußenpaar quert die Dünen auf seinem Weg zur Mündung des Kuiseb, dessen Wasser unterirdisch das Meer erreicht und einen Gürtel grüner Pflanzen in dieser lebensfeindlichen Umwelt ermöglicht.

 

 

Im Windschatten einer Düne parkt Nico den Wagen, deckt einen Tisch mit weißer Tischdecke und serviert Sekt mit frischen Austern und anderen Köstlichkeiten.Auf dem Rückweg fotografieren wir noch Pelikane und Flamingos in der Lagune bei Walvis Bay. Einen stürmischen Tag in den Dünen beschließen wir mit einem hervorragenden Abendessen und einer guten Flasche Wein bei Sam.

Skeleton Coast / Terrace Bay Camp

Wenn man Sam's Abendessen lobt, muss man genauso sein Frühstück loben. Wir haben nirgends in Namibia ein so umfangreiches und schmackhaftes Büfett gefunden. Sein Birchermüesli ist spitze.

 

Abfahrt bei Sam's 7.20 Uhr, Ankunft in Terrace Bay 15.30 Uhr bei einigen Aktivitäten unterwegs. Die Pad ist gut, z.T. feucht vom Nebel, der aber bald der Sonne weicht.

Wir besichtigen die Schiffswracks "Zeila" und "Benguela Eagle", eine alte Ölförderstation, die wie ein Fremdkörper in der Wüste vor sich hin rostet, und suchen an der Huab-Mündung vergeblich nach Flamingos.

 

Die Ugabquerung ist trotz vorangegangener Regenzeit und Wasserführung im Mündungsbereich problemlos. 

Cap Cross lassen wir bewusst links liegen, Robben haben wir auf unseren Südamerikareisen genug gesehen. 

 

Am Uniab-Delta (bestehend aus fünf Mündungsarmen, die der Uniab je nach Wasserführung unterschiedlich nutzt) finde ich im zweiten Deltaarm den kleinen Parkplatz links neben der Pad, von dem man zum Canyon und weiter bis zur Mündung wandern kann; weit und breit aber nichts von der erwarteten Infotafel, die über den aktuellen Aufenthalt von Löwen bzw. über die Gefährlichkeit dieser Wanderung informieren soll. Man hat inzwischen wohl nach dem Prinzip gehandelt : Wo keine Informationstafel ist, werden auch keine Wanderwünsche geweckt. 

Aber in der Tracks4Afrika-Karte ist der Weg eingezeichnet und in meinem Kopf auch. Den schmalen Pfad ist offensichtlich schon lange niemand mehr gegangen, dennoch beschließen wir, bei heftigem Gegenwind zum Canyon mit dem kleinen Wasserfall zu wandern; nach etwa einer Stunde treffen wir am Viewpoint auf frische Löwenspuren im Sand und brechen unser Vorhaben, bis zur Uniab-Mündung zu laufen, vorsichtshalber ab. Wer diesen schönen Weg zum kleinen Canyon und zum Aussichtspunkt gehen möchte, hier die GPS-Daten :

Parkplatz : S20°11'22.4'', E13°12'01.6''; Lookout S20°11'52.4'', E13°11'26.1''

Entfernung bis zum Lookout : 2,5 km; nicht markierter Weg, aber man kann sich nicht verlaufen; der Canyon liegt rechts (nördlich) vom Weg. Eine schöne Abwechslung an einem langen Fahrtag, dessen zeitliches Ende hier kalkulierbar ist. Bei Nebel natürlich nicht zu empfehlen.

Kurz hinter Torra Bay, das nur ein saisonaler Campingplatz hauptsächlich für Angler ist, ändert sich das Landschaftsbild. Die flache Küstenebene erhält Konturen, die ersten Barchane tauchen auf, wandernde Sicheldünen versperren die Pad und zwingen zu neuer Streckenführung. Dünen, wie wir sie vom Süden und der Mitte Namibias kennen, begleiten die Straße, sandige Passagen nehmen zu, bereiten aber keine Probleme beim Fahren. Und dann tauchen Hütten auf, wir haben unser heutiges Ziel erreicht.

 

Terrace Bay Camp hinterlässt zwiespältige Eindrücke; da ist einerseits die zweckorientierte Anglerunterkunft mit nach Desinfektionsmitteln stinkenden Zimmern in containerartigen Häuschen, da ist andrerseits ein originelles Restaurant mit gutem Fischessen und freundlichem Service. 

Für uns ist Terrace Bay Camp vor allem eine Übernachtungs- und Versorgungsstation auf dem weiten Weg von Swakopmund hinauf in den Norden. Im Gedächnis bleibt sicher auch der Blick auf den nahen tosenden Ozean und das gute Gefühl, in all der Lebensfeindlichkeit dieser Küste ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. 

Man muss die Wüste mögen, die weite Einsamkeit und den ständigen Wind, um die Skeleton Coast als schön zu empfinden. Wer von Swakopmund ins Kaokoveld will, hat zwei Möglichkeiten zu fahren : über Uis und vorbei am Brandberg oder entlang der Küste. Wir kennen nun beide und jede hat ihren Reiz.

Grootberg Lodge

Wieder ist der Himmel am Morgen bewölkt. Bei den Barchanen nahe Torra Bay warten wir ca. 30 Minuten, bis die Sonne für besseres Fotolicht sorgt.

Durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die im Gegensatz zur eher monotonen Weite der Küstenebene steht, verlassen wir am Springbock-Gate den Skeleton Coast Park. 

 

Die Tafelberge des Damaralandes begleiten uns bis zum Grootbergpass. Obwohl wir keine geübten Off-Roader sind, meistern wir die steile und steinige Zufahrt zur Grootberg Lodge im Kriechgang. Wer nicht selbst fahren möchte, kann in ein lodgeeigenes Fahrzeug umsteigen; das eigene Auto bleibt auf einem bewachten Parkplatz am Pass.

Der nachmittägliche Scenicdrive über das Plateau ist kein Muss. Er führt auf einem steinigen Weg durch eine ziemlich ebene Graslandschaft vorbei an Zebraherden zu einem Aussichtspunkt ins Tal. Von einer längeren Wanderung auf dem Plateau rät man uns wegen Löwen ab. Dennoch wandern wir am nächsten Morgen entlang der westlichen Plateaukante etwa 1,5 Stunden (hin und zurück) zu einem weiteren Aussichtspunkt ins Tal.

Die Grootberg Lodge mit ihren aus Materialien der Umgebung errichteten Bungalows hat uns nicht nur wegen ihrer traumhaften Lage beeindruckt, sondern auch weil es hier einer dörflichen Conservancy gelungen ist, ein wirtschaftlich funktionierendes touristisches Projekt auf die Beine zu stellen, etwas, was in Namibia bisher viel zu selten gelungen ist. Das Projekt schafft Arbeitsplätze, sorgt für Einnahmen für die dörfliche Gemeinschaft und fördert den Gedanken, dass wild lebende Tiere (hier besonders Wüstenelefanten, Nashörner und Löwen) geschützt werden müssen und nicht gewildert werden dürfen. Touristen kommen nur, wenn sie eine Chance haben, diese Tiere in freier Wildbahn zu erleben.

Khowarib Lodge

Nach dem mittelmäßigen Früstück (hier besteht sicherlich Verbesserungsbedarf auf der Lodge) schleichen wir wieder im Donkiegang die steile Zufahrt hinunter zum Pass, machen in Palmwag einen Tankstopp und fahren gemütlich nordwärts. Die Landschaft ist vom letzten Regen noch recht grün und entsprechend tierreich.

Urige Zelthütten auf hohen Stelzen am Steilufer des Hoanib sind für zwei Nächte unsere Unterkunft. 

Besonders originell das Freiluftbad mit hohen Natursteinmauern als Sichtschutz.

Den Nachmittag verbringen wir mit einer Wanderung in der Khowarib-Schlucht vorbei am kleinen Wasserfall durch den kommunalen Campground bis zur ersten Furt durch den wasserführenden Hoanib.

 

Der groß angekündigte Grillabend wird zur Enttäuschung: Zähes Fleisch und mit Käse überbackener Maispapp sind nicht der Renner; aber da es sehr warm geworden ist, können im Freien sitzen. 

Wylan, unser Guide für die Hoanibtour auf Wüstenelefanten am nächsten Tag, stellt sich vor und bespricht mit uns die Route. 

 

Fahrt durch den Hoanib. Abfahrt 7.30 Uhr, Rückkehr 18 Uhr.

Über Sesfontein mit dem Besuch des alten deutschen Forts und der deutschen Soldatengräber erreichen wir etwa beim Elefant Song Camp den Hoanib, der hier noch Wasser führt. 

Aber schon bei "Die Poort", der Engstelle im Hoanib, ist das Bachbett trocken. Die ersten Wüstenelefanten begegnen uns, darunter der drei Monate alte "Turbo" mit seiner Mutter. Wylan erzählt uns, dass er die schnelle Geburt miterlebt habe und den kleinen Elefanten daher Turbo getauft habe.

Wir begegnen den ganzen Tag keinen anderen Menschen außer ein paar Geologen, die Sedimentuntersuchungen durchführen; nur Elefanten und Giraffen beleben dieses einsame Trockental mit seinen hohen Anabäumen, deren Wurzeln das Grundwasser erreichen. Inzwischen hat man zwei Wasserlöcher, "President" 1 und 2, angelegt, um die Tierpopulation in der Trockenzeit zu versorgen. 

Unter einem dieser Anabäume machen wir Mittagspause. 

Auf meine Bitte fährt Wylan danach mit uns weiter bis Amspoort, einer sehr engen Stelle im Flussbett aus rotem Granit. Hier endet der Hoanib riverbed 4WD-trail. Entweder man fährt zurück oder über das Tsuxub-Tal nordwärts in Richtung Puros. Wylan spürt unsere Begeisterung für diese Landschaft und so schlägt er uns vor, den Heimweg auf einer anderen Strecke zu wählen, auch wenn sie weiter und länger ist. 

Über das Obias-Tal verlassen wir den Hoanib nach Norden, überqueren die Giribisplain mit ihren weiten Grasebenen und den Feenkreisen, erreichen auf der D3707 Sesfontein und bei Dunkelheit unsere Lodge.

 

Dieser erlebnisreiche Tag wurde dank Wylan zu einem unvergesslichen Highlight unserer Namibiareise. Und wie als krönender Abschluss eines solchen Tages ist das Abendessen diesmal spitze.

Dafür wird die Nacht sehr unangenehm; ein Sturm zieht auf und bringt das Stelzenhaus zum Schwingen. Um 5 Uhr stehen wir auf, weil wir fürchten, dass die Holzbalken dem Winddruck auf die Zeltplane nicht mehr widerstehen und die Konstruktion einbricht. Auch bei unseren Nachbarn ist die Nachtruhe getrübt, hat doch der Sturm eines der Seile zerrissen und die Zeltplane flattert im Wind. 

Wir wollen sowieso früh los, da uns nach Epupa ein langer Fahrtag bevorsteht. Aber auf Khowarib gehen die Uhren etwas anders, denn der Chef ist zur Zeit nicht im Haus. Weder der bestellte Kofferträger erscheint zur vereinbarten Zeit noch ist das Frühstück fertig. Dennoch schaffen wir es, um 7.45 Uhr aufzubrechen.

Epupa Camp

Vor diesem Fahrtag habe ich etwas Respekt; noch zu Hause habe ich im Namibia-Forum den aktuellen Hinweis gelesen, dass der Joubertpass gesperrt, aber für 4x4 Fahrzeuge befahrbar sei. Bald zeigen sich die Spuren der Regenzeit auf der Pad : tiefe Ausspülungen; am Pass ist von einer Teerdecke nichts mehr zu sehen; spitze Steine ragen heraus und zwingen uns im Kriechgang den steilen Anstieg zu meistern. 

Uns fällt das ältere Ehepaar aus Kalifornien ein, das mit uns auf Khowarib war und mit einem PKW ebenfalls nach Epupa wollte. Auf dieser Strecke unmöglich. (Umso überraschter sind wir, als wir sie abends im Epupa Camp treffen; sie waren vor dem Pass gewarnt worden und sind den Riesenumweg über Kamanjab, dann die Teerstraße nach Opuwo und auf der C34 nach Epupa gefahren). 

 

Dennoch erreichen wir 3 Stunden später Opuwo. Wir wissen, was uns erwartet, und sind doch bald genervt von der Aufdringlichkeit der Straßenverkäuferinnen. Und mitten in dem bunten Treiben vor dem Supermarkt treffen wir zufällig erneut unsere Freunde Ingrid und Hartwig, denen wir auf der Wolwedans Dune Lodge begegnet sind. Die Welt ist klein. :-) Doch bald trennen sich unsere Wege wieder; sie fahren zum Dolomite Camp, wir zum Epupa Camp, wo sie gerade herkommen.

 

An der Strecke stehen immer wieder Himbakinder, alle mit der Bitte um Sweeties. Wir haben aber für die Mädchen Armreifen und für die Jungen kleine Spielzeugautos dabei, was genauso große Freude erzeugt und für die Zähne nicht schädlich ist.

 

Gegen 16 Uhr erreichen wir den Kunene und fahren hoch zum Aussichtspunkt über die Wasserfälle. Das Licht ist gut für die ersten Aufnahmen.

 

Die Zeltchalets des Epupa Camps liegen direkt am Kunene, so dass uns das Rauschen des schnell fließenden Wassers bis in den Schlaf begleitet. Das Abendessen wird im Freien auf der Terrasse am Fluss serviert und schmeckt gut; der Rotwein kommt allerdings aus dem Kühlschrank. 

Wir müssen um die Erfüllung unseres Wunsches, um 7.30 Uhr frühstücken zu können, wie es auch ausgeschrieben ist, kämpfen; es sei Sonntag und da würde man erst um 8 Uhr frühstücken, erklärt uns die Madame. Für uns etwas spät, wollen wir doch die Fälle im Morgenlicht fotografieren und ein Stück flussabwärts wandern, bevor es zu heiß wird. Hier hat sich der Gast nach der Chefin zu richten. Allerdings wird unser dringlicher Wunsch dann doch erfüllt.

 

Wer vom Camp zu Fuß zu den Wasserfällen will, muss durch das Himbadorf; dieser Spaziergang am Sonntagmorgen ist weder eine Augen-noch eine Ohrenweide : Bierflaschen und Müll und aus jeder Hütte lautstarke Musik unterschiedlicher Art. Ist das der Fortschritt, den der Tourismus den Himba gebracht hat? Sehen nur wir diese Entwicklung skeptisch oder empfinden die Menschen hier diesen Zustand als Verbesserung ihres bisherigen Lebens? Wir hoffen und wünschen, dass es der Conservancy irgendwann gelingt, selbständig und in Würde am Fortschritt zu partizipieren, so wie es nach unserem Eindruck den Damaras an der Grootberg Lodge gelungen ist.

 

Am Beginn der Wasserfälle sitzt eine Himbafrau beim Wäsche Waschen; sie wird auch noch Stunden später bei unserem Rückweg am Wasser sitzen, hat sie doch nur ein Kleidungsstück zu waschen und das möglichst fotogen und immer wieder, um Touristen zum Fotografieren anzulocken. Auch meine Frau kann nicht widerstehen und zahlt ihren Obulus.

Unsere Rundwanderung führt uns vorbei an den Fällen flussabwärts zu einer Sandbank, auf der ich vergeblich nach Krokodilen Ausschau halte. In einem großen Bogen führt der Pfad vom Fluss weg durch Weideland der Himba zurück zu den Wasserfällen. Es ist hilfreich, dass ich mir schon zu Hause GPS-Daten aus Google-Map ins Navi eingegeben habe, denn nur ein kurzes Stück des Weges ist markiert und immer wieder zweigen Pfade ab. 

Die heiße Mittagszeit verbringen wir im Schatten vor unseren Chalets.

Ein großer Waran läuft genau vor unserer Terrasse vorbei, aber bevor meine Frau ihre Kamera zücken kann, ist er im Gebüsch der Uferböschung verschwunden. 

 

Am späten Nachmittag brechen wir nochmals zu einem Sundowner auf dem Aussichtshügel auf.

Dolomite Camp

Als wir am Morgen unseren Hilux beladen, steht ein frisch gewaschenes Auto vor uns. Ein dankenswerter Service des Hauses.

 

Ein langer Fahrtag steht uns bevor (7,30 Uhr bis 16 Uhr). 

Bis Opuwo ist die Landschaft abwechslungsreich mit den Zebra-Mountains und den Baobabs, den Himbadörfern entlang der Straße und den immer wieder um Sweeties bettelnden Kindern. 

 Kurz vor einer engen Trockenflussdurchfahrt, an der man die Geschwindigkeit drosseln muss, steht ein Himba-Mann an der Straße und fordert uns mit deutlichen Zeichen zum Halten auf. Als ich langsam an ihm vorbei fahre, sehe ich zwei Himba-Frauen unter einem nahen Baum, die er uns wohl zum Fotografieren anbieten wollte, wie ich aus seiner verärgerten Drohung mit erhobenem Prügel entnehme, nachdem ich nicht angehalten habe. 

So wechseln entlang dieser "Touristenroute" C43 unsere Eindrücke. Ab Opuwo fahren wir auf Teerstraße und das Landschaftsbild wird eintönig. 

Am Galton-Gate wird heftig an neuen Unterkünften für die Angestellten gearbeitet. Schon auf dem Weg zum Dolomite Camp begegnen uns Tiere, aber der dichte Bewuchs mit Büschen und Bäumen erschwert die Sicht. Wir fahren zwei Wasserlöcher nahe der Pad an.

Am Parkplatz am Fuße des Dolomite Hügels, auf dem das Camp liegt, warten wir vergeblich auf das Golfwägelchen, das uns und unser Gepäck zur Lodge hinauf bringen soll. Stattdessen fordert uns ein Schild auf hochzufahren. Unsere Koffer werden von Trägern übernommen und den z.T. steilen Hügel hochgeschleppt zu unseren Bungalows Nr. 6 und 7. Unser Blick geht nach Westen über eine weite Ebene, auf der eine Elefantenherde gemächlich ihre Bahn zieht. 

Das Abendessen ist schmackhaft und wird serviert, wahlweise Oryx (..."die sind mir auf dem Teller eh lieber"...) oder Rind.

 

Nach dem Frühstück brechen wir zu unserem selbstgeführten Gamedrive auf. 

Zunächst ostwärts bis Olifantsrus, wo größere Bauarbeiten im Gange sind, dann westwärts in einem Dreieck zurück nach Dolomite; insgesamt etwa 130 km von Wasserloch zu Wasserloch mit Elefanten, Giraffen, Zebras, Kudus, Dick Dicks, Elans, Springböcken und Erdhörnchen, aber leider keinen Raubkatzen. Im Gegensatz zum mittleren und östlichen Etoschpark treffen wir kaum auf Autos.

Frans Indongo Lodge

 

Früh brechen wir auf, um nochmals einige Wasserlöcher anzufahren. Wir lassen uns Zeit bis zum Galton Gate und machen unterwegs in Outjo Kaffepause.

 

Um 14 Uhr erreichen wir die Frans Indongo Lodge. Welch herzlicher Empfang! Man erkennt uns wieder, waren wir doch vor zwei Jahren schon einmal für zwei Nächte Gast auf dieser wunderschönen Lodge. Wir erhalten sogar dieselben Bungalows wie damals.

 

Den Sundowner hehmen wir auf der Terrasse mit einem Glas Bier zu uns.

 

Es ist hier wie heimkommen. Abends wird es leider kalt, aber wir haben beim Abendessen den Platz am Kamin erhalten, während andere sich in Decken einpacken. Wie damals wird das Essen versteckt unter einer Haube serviert und mit einem mehrstimmigen "Surprise" aufgedeckt : Omelette mit geräuchertem Lachs, Elan-Steak, Schoko-Birne. Etwas wehmütig ist uns schon geworden : unser letzter Abend in Namibia. 

Eine wunderschöne Reise geht zu Ende.

Aber wir haben ja morgen Vormittag noch ein besonderes Ereignis : Besuch bei den Cheetahs beim CCF nahe Otjiwarongo.

 

 

Der letzte Tag

Pünktlich um 9 Uhr sind wir auf der Gepardenfarm Cheetah Conservation Fund 44 km östlich von Ojiwarongo. 

Hier nimmt man sich wissenschaftlich begleitet der gefährdeten Cheetahs an, nimmt verwaiste Jungtiere und auf Farmen gefangene Geparden auf und versucht auch Tiere wieder auszuwildern. 

Eine junge deutsche Biologin fährt und führt uns durch das Gelände; wir sind bei der Fütterung dabei, wobei jedes Tier sein eigenes "Tellerlein" hat, mögen sie doch keinen Sand am Fleisch. 

Wir erfahren einiges über zukünftige Schutzmaßnahmen für Geparden, wobei die Zucht ungarischer Hirtenhunde eine große Rolle spielt; diese Hunde wachsen mit Schafen oder Ziegen auf, betrachten diese Tiere nach einiger Zeit als ihre Schutzbefohlenen und werden dann an Farmer vermittelt; diese kräftigen Hunde vertreiben Geparden. Für den Farmer besteht also kein Anlass mehr, die Raubkatzen zu erschießen oder in Fallen zu fangen.

Wir essen um die Mittagszeit im dortigen Cafe noch eine Kleinigkeit und brechen dann zur Fahrt nach Windhoek auf. So reibungslos, wie die Wagenübernahme am Anfang unserer Reise bei Europcar abgelaufen ist, so problemlos gestaltet sich auch die Rückgabe am Flughafen.

 

 

Anmerkung der Fotografin:

Übrigens, habt ihr schon mal was vom Namibia-Virus gehört. Es ist ziemlich gefährlich und auch ansteckend. Es hat uns befallen und so sind wir in einigen Wochen wieder in Namibia und erhoffen Heilung. :-) 

Und erneut wird es ein kleines Geo-RC-Treffen mit Ingrid und Hartwig geben. :-)

 

 

Im Original und mit mehr Fotos ist der Bericht hier zu sehen:

 

Namibia...die mit den Wolken reisen.